Die neue Web-Browser beta-Schlacht!
... oder wie Mircosoft seine Reputation zurückerhalten könnte und außerdem nicht nur Gold glänzt, sondern auch poliertes Chrome.
Firefox 3, Opera 9.1, Safari 3.1, Internet Explorer 8 beta und jetzt noch Google Chrome beta ... brauchen wir so viele Browser? Wem hilft diese Auswahl?
Diese Fragen sind leider essenziell, denn am Ende des Internet-Zugangs sitzt der Browser-Nutzer in einem Firmen- oder Privat-Netz, je nach Geschmack und Fähigkeit mit Firewalls und Blockaden aller Art ausgestattet.
Das Fragezeichen wäre noch größer, wenn alle Browser die gleiche Engine zur Darstellung der Webinhalte verwenden würden, warum dann die Vielfalt. Aber zum Glück, machen fast alle irgendwas anders ... und damit sind wir beim ersten Problem:
1. Wie holen wir optimal aus dem jeweiligen Browser die Fähigkeiten raus die in so besonders machen und wer bezahlt den Aufwand?
Im Grunde werden sich kleine Firmen "state of the art" Websites bald nicht mehr leisten können, denn heute ist der Browser ein mächtiges Fundament für allerlei Funktionalitäten, die ja bekanntlich mehr und mehr ins Web verlagert werden. Wenn wir alle Browser mit einer einzigen optimalen Umsetzung abdecken wollen, dann stehen wir heute noch bei Web 1.1 - Schuld vor allem der IE 6 und auch im Allgemeinen der Unterschied zwischen Java Scripting Engines der div. Browser oder gar die Art der Einbettung von Plugins. Große Unternehmen leisten sich die Anpassungen ihrer Wünsche an alle Browser und stehen damit gut da. Vor Jahren noch, hätte ich das Netz für liberaler gehalten, aber mit gesteigertem Leistungsumfang werden die Differenzen größer und unüberwindbarer. In Zukunft rennen deshalb die kleinen Unternehmen den großen wieder hinterher, denn der optische und funktionale Unterschied im Netz wird immer größer werden.
2. Der Flash - im Extremfall
Gemeint sind in Punkt 1. nicht die jetzt schon zahlreichen Flash-Super-Spielereien mancher Hersteller im Endkundengeschäft. Die wirken auf den Nutzer zwar oft kurzfristig überraschend und genial, zeigen aber zu 95% in kürzester Zeit, dass Sie weder Arbeitsgrundlage seien können, noch eine lange Lebensdauer besitzen. In diesem Bereich stehen die Mittelständler und kleinere ohnehin schon ganz hinten an. Die Brachialgewalt, mit der manch Flash-Team Produkte in Szene setzt, erfordert dermaßen viel Kapital, dass es schlichtweg im Rahmen des unmöglichen liegt. Dabei ist Flash lange nicht DIE Technologie im Web und vor allem von Browsern noch lange nicht optimal unterstützt. Man denke mal an das Abfragen von Flash-Versionen auf dem Browser, das Caching von Daten in Flash oder gar die Prozessorauslastung, da zeigt sich, wie schlecht Flash eigentlich in den Browser integriert ist.
Screenshot vom Chrome - optisch legt der Browser ordentlich vor! myty4 wird spontan leider nicht voll unterstützt. Screenshot von www.vor-dresden.de
3. Google glänzt mit Chrome
In manchen Pressetexten wird von einer überraschenden Aktion geschrieben, als Google den Chrome nun offiziell bestätigte. Da frage ich mich natürlich, wer da überrascht sein kann? Im Grunde nur die, die bisher noch nicht das Google-Konzept verstanden haben.
Es gibt ganze Branchen die Angst vor Google haben, weil 90% ihrer Umsätze an Google gebunden sind. Das heißt, stellt Google von heute auf morgen etwas um (man bedenke, fast alles ist nur beta!), dann könnten in ganzen Online-Business-Zweigen die Umsätze wegbrechen. Naheliegend sind hier Dienstleistungen, die sich bei Google mit anderen Google-Services paaren lassen. Also z.B. alles, was auf Basis von Google-Maps und -Mashups aggregierbar ist, kann von heute auf morgen von Google übernommen werden. Fangen wir an mit den "Yello-Pages" (Anzeigen online woanders kaufen, schon heute nahezu sinnlos) oder Hotelbuchungen (wer kennt denn die Orte der Hotels am besten?). Ein Kontrakt mit dem Hotel und Google bringt den User direkt zum Ziel ohne über die Parkstraße, Opodo oder Expedia zu gehen. Was bringt mehr? Adwords oder direkte Buchungen? Google ist da, wo es demnächst ordentlich klingelt. Versprochen!
Und jetzt, wo Google auch mal den ordentlichen Browser vorbei schickt, steckt es noch mehr im Rechner als bisher. Das Tolle ist, wenn der Browser wirklich gut ist, dann gibt es keinen Grund für andere Lösungen und google hat gewonnen, was Microsoft vor Jahren an den Nagel gehängt hat.
Leider zeigt der Firefox umsomehr, dass er ein open source Produkt ist. Version 3 ist unserer Meinung nach in vielen Bereichen noch nicht ausgereift und offensichtlich nur am Markt, weil der IE8 schon in der Tür steht.
Überraschenderweise kristalisiert sich der Opera in vielen Bereichen als der aktuell beste Browser heraus. Schon optisch und auch bei den Fähigkeiten, gefolgt vom aktuellen Safari und nun auch Chrome?
Was der Chrome bringt, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Die Installation sah schon mal recht vielversprechend aus.
4. Der Admin als Spezie auf einsamen Posten
Wir haben da noch sowas, wie ein Problem... Der IE6 - gehaßt und selten geliebt, weil er viel kann und davon nichts richtig. Doch eine Spezies, tief verborgen im Serverraum oder der IT-Abteilung, bleibt bei dem, was schon seit 7 Jahren irgendwie läuft. Ungewollt oder mangels Vertrauen order Erfahrung werden die Nutzer quasi Stück für Stück vom Internet abgekoppelt und schlagen sich mit unbequemen Surfen über 10 Browserfenster herum, mit Interpetationsarmut und abgespektem Funktionsumfang im Bereich Javascript und Flash. Alles aus dem Aspekt Sicherheit. Na schön, wir sind dennoch für den Abschuß des IE6 per "default". Dieser Browser muß von der Bildfläche verschwinden! Microsoft könnte sich hier im Sinne aller Webdeveloper seine Reputation zurückverdienen, im Tausch gegen den späten Tot eines Browser.
5. Download the latest!
Für alle die sich mal die "gesamte" Pallette aus dem Netz holen möchten, hier die Liste der aktuellen Browser-Downloads (teilweise betas)
