Lösen Web-Desktops den heimischen PC ab?
Täglich staunt man über die Möglichkeiten die mit Web2.0 und der Ajax-Technologie möglich sind. Die Portale entwickeln sich immer weiter bzw. werden umfangreicher. Gerade die Social-Networks (Facebook, MySpace, StudiVZ) gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Und Alles scheint möglich, wenn da nicht die Browser-Abhängigkeit wäre.
In jüngster Zeit entwickeln sich immer mehr Web-Desktops, mit dem Ziel einer persönliche Startseite ins World Wide Web und mehr. Die meist genutzte Startseite dürfte wohl iGoogle.de sein. Mit dem einfachen hinzu klicken der Gadgets und Kategorisierung per Reiter ist auch die Benutzerfreundlichkeit super. Doch was gibt es noch? Es gibt verschiedenen Flash Varianten. Z.B. G.ho.st oder myGOYA. Der Vorteil liegt auf der Hand: Keine Abhängigkeit vom Browser. Der Nachteil: recht langsam. Dann gibt es noch die HMTL, Ajax-Umsetzungen. Allen voran wie bereits erwähnt iGoogle. Weitere wie atoolo, Netvibes, Nivio, Online Operation System, Schedley sind auch recht viel versprechend und kann man sich ruhig mal anschauen, haben aber alle ein gemeinsamen Nachteil: Die Daten liegen auf einem fremden Server. Meist gibt es auch nur eine kostenlose Version mit beschränken Umfang. Da ich aber gerne meine Daten nur auf meinem eigenem Server wissen möchte und auch gerne mal in den Code schaue, kommen dieses Applikationen für mich nicht in Frage.
Doch aber das Programm eyeOS! Dieses hatte ich binnen 10 Minuten vollständig auf meinen Server installiert und eingerichtet. Das Tool benötigt auch keine Datenbank nur PHP5 wird vorausgesetzt.
Doch was kann der Web-Betriebssystem alles? Es bringt von Haus aus Schreibanwendungen, Bilderbetrachter, Dateimanager, FTP-Tool, Kalender, Adressbuch, RSS-Feeds usw. mit. Weitere Pakete lassen sich Linux ähnlich nachinstallieren.
Weitere Programme kann man sich ganz einfach unter http://eyeos-apps.org/ herunterladen. Nach dem Hochladen in eyeOS und auswählen der Datei, wird man sofort gefragt, ob man das Paket installieren möchte. Wem das noch nicht genug ist, kann natürlich auch seine iGoogle Gadgets mit importieren und durch den quelloffenen Code lassen sich natürlich jederzeit eigene Implementierungen machen.
Das einzige was mich an der Version 1.8 stört, ist das der bereits eingebaute eyeMail wegen Codeüberarbeitung wieder ausgebaut wurde und somit kein Mail-Client zur Verfügung steht. Auch fand ich keine Möglichkeit meine Termine zu importieren, was mir wiederum bei meinen Adressen sehr gut gelang.
Technisch und auch grafisch ist das Programm einfach erste Sahne. Unter Einstellungen kann man zwischen verschiedenen Styles wählen. Transparenzen zwischen den Fenstern werden wunderbar dargestellt und auch das Drag and Drop funktioniert prima. Dieses Schmankerl drückt leider sehr an der Performance des Rechners.
Meiner Meinung nach ist eyeOS einen Blick wert, gerade wegen den niedrigen Systemanforderungen. Es ist klar, dass eine Webanwendung nicht das heimische Betriebssystem ablösen kann, aber das Verzeichnis ist ja auch recht schnell auf dem Server wieder gelöscht. Ich bin jedenfalls gespannt wie sich das Programm zukünftig weiterentwickelt und halte euch auf dem Laufenden.
Kommentare (2)
Xenocode
danke für den Tipp. ich bin diesbezüglich großer Fan von http://www.xenocode.com ... damit starte ich zmd. schon mal alle diversen Browser, um meine Websiten zu testen.
geschrieben von
Tino
gerade getestet
hab mir aufgrund dieses beitrags eye os auch mal angeschaut und bin absolut begeistert. danke für den hinweis! :)
geschrieben von
dirk