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Tausende Nachrichten täglich. Was ist wichtig - was nicht?

Ein Problem unserer Zeit ist die Informationsflut, die es zu managen gilt. Als Zentrales Medium würde ich schon heute das Internet bezeichnen. TV, Radio und Zeitungen erscheinen mir schon viel zu statisch und teilweise veraltet. Weil nicht jeder mit dieser Internet-Datenflut problemlos umgehen kann, gilt es in Zukunft Strategien zu entwickeln und geeignete Strukturen damit der Zugriff und die Selektion für jeden möglich ist. Auf verschiedenen Wegen nähern sich Designer, Konzepter und Wissenschaftler diesem Thema...

Ich habe mir dazu auch mal ein paar (unvollständige) Gedanken gemacht. Lest selbst...

1. Relevanz der Nachricht

Informationen sollten sehr schnell anhand ihrer Relevanz geprüft werden können. Da helfen z.B. drei Ansätze

  1. Häufigkeit der Berichterstattung in verschiedenen ernstzunehmenden Quellen, z.B. Newsportale (www.spiegel.de, www.zeit.de, stern.. usw.) - je öfter und aktueller über das Thema berichtet wird, desto relevanter
  2. Häufigkeit der Diskussion über den Inhalt in Blogs (Online-Tagebüchern), bzw. deren Backtrackinglink-Häufigkeit (also Bezugnahme auf andere Beiträge) - für den Nord-Amerikanischen Raum ist z.B. www.technorati.com das Blog-News-Portal
  3. Häufigkeit der Digg's eines Beitrags, also die Einschätzung anderer Nutzer als Wichtig und Relevant, z.B. via www.digg.com

2. Qualität und Vertrauen zur Quelle

Es ist sicher zunächst eine emotionale Entscheidung, ob mir eine Nachrichtenquelle autentisch erscheint. Aber man darf sich nichts vormachen, auch tyclipso.net könnte in einer Woche ein Newsportal aus dem Boden stampfen, was autentisch wirkt aber nur Fake-News bringt. Das Layout und eine professionelle Nutzerführung können nicht für eine notwendige Vertrauensbasis verantwortlich gemacht werden. Vielmehr suchen wir auch im Internet nach Dienstleistern, die uns möglichst real erscheinen oder sogar einen Fuß im analogen Leben haben. Nicht zuletzt deshalb hat sich Spiegel Online so gut durchsetzen können. Auch Tageszeitungen können online punkten, tun sich bisher jedoch mit kostenlosen Beiträgen schwer, weil noch immer das Druckprodukt im Vordergrund steht. Meiner Ansicht nach ist das ein Versäumnis.

Die Bewertungen einer Quelle aus der Online-Community (von Bloggern) kann ebenfalls bei der Wahl der Quellen sehr hilfreich sein. Feedback von Bloggern ziehe ich z.B. zu 30% in meine Recherchen mit ein. Die Masse macht's. Dabei muss ich die Blogger gar nicht kennen und auch nicht bewerten. Die Qualität ihrer Antworten ist für mich ausschlaggebend.

3. Informationen aufnehmen

Zum Glück kann man sich Informationen inzwischen selbst zusammenstellen. RSS/ATOM-Feeds, Desktop- und Online-Widgets erlauben das selektierte Zusammenführen von persönlichen Newslisten. Damit kann man von anbeginn die Themenauswahl eingrenzen und sich selbst vor der Überflutung schützen. Der Umgang mit RSS-Readern und Web2.0 Technologien erfordert jedoch etwas Mut zur Technologie. Ich behaupte, da wagt sich bisher nicht jeder ran. Teufelszeug?

Auf dem Handy bleibt RSS zunächst das optimale News-Format, weil das Dokument schlank und schnell geladen ist (leider bieten nicht alle Webseiten RSS mit vollem Inhalt an, teilweise nur die Kurztexte). Für das iPhone gibt es z.B. den smartRSS-Reader, ein Supertool, mit wunderbaren Nutzungseigenschaften - einfach und chic.

Mit iGoogle kann man sich schon seit geraumer Zeit seine eigene Startseite zusammenbauen. Dort kann man anhand der sog. Web-Widgets Funktionsboxen einbetten, die dann auch Newsmeldungen aufbereiten. Ich hab diese Startseite im Einsatz und sehe auf einen Blick meine Google-Dokumente, meine Google-Mails, Newsmeldungen, Wetter und ein Übersetzungstool. So sehe ich ca. 10-15 mal täglich diese Newsübersicht und bin informiert.

4. Neue Strukturen

Die Navigation bis hin zur Newsmeldung bleibt ein zentrales Thema. Als Grafiker stellt man sich die Frage: Wie verschaffe ich schnell und einfach einen Überblick, der möglichst ohne einen einzigen Klick Prioritäten und Inhalte verdeutlicht. Mal abgesehen von spiegel.de und heise.de bleiben für mich Seiten mit aggregiertem Inhalt (also aus dem Netz beschafft) die erste Wahl.

Meiner Ansicht nach sticht eine Darstellung aus allen mir bekannten Navigationen heraus. Marcos Weskamp brachte bereits 2004 diese noch immer bestens funktionierende Map auf Basis des Google-News-Service heraus. Als Startseite eigentsich diese geniale Übersicht allemal.

Hier der Link für deutsche Meldungen

5. Semantik der Informationen

Die Wissenschaft setzt sich schon seit Jahren mit diesem Thema auseinander. Bei der Semantik geht es kurz gesagt darum, Beziehungen von Indormationen auf Basis ihres Inhaltes automatisch zu schlußfolgern und dadurch dann ganz neuartige Suchroutinen und Informationszusammenstellungen zu ermöglichen. (ich hoffe ich hab das im Ansatz so korrekt wiedergegeben, es kann gerne berichtigt werden) In diesem Zusammenhang sind jedenfalls große Unternehmen und viele Universitäten in Forschungen involviert. In den nächsten Jahren wird sich hier sicher einiges bewegen und somit auch Einfluß auf unseren Informationskonsum haben.

31.03.2008
veröffentlicht von:
Denis Bartelt
veröffentlicht in:Mind Box
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